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PROJEKTE

EBENSEER GLÖCKLERINNEN
Im Rahmen der Ausschreibung kupf-Innovationstopf 2009 wurde das Projekt des Frauenforums Salzkammergut zur Gründung einer ersten Frauen-Glöcklerpasse in Ebensee ausgezeichnet und mit einem Preisgeld in der Höhe von € 10.811 prämiert.

Thema der Ausschreibung war „Abseits“.

Der Glöcklerlauf in Ebensee war für uns ein Paradebeispiel dafür, wo und wie Frauen im Abseits stehen, denn als einer der wichtigsten Bräuche in Ebensee, haben Frauen dort schon immer mitgewirkt (hinter den Kulissen, aber auch als Läuferinnen), ihre Mitarbeit wurde allerdings im Rahmen des Mythos eines „reinen Männerbrauches“ unsichtbar gemacht.
Das Preisgeld stellt die Landeskulturdirektion OÖ zur Verfügung, die organisatorische Abwicklung liegt bei der Kulturplattform OÖ (kupf).
48 Projekte wurden bis zum Stichtag, dem 9. Februar 2009, eingereicht.
11 Projekte wurden am 27. März im Rahmen einer öffentlichen Jurysitzung in Linz prämiert.
Die Jury des Wettbewerbs zeigte sich von der Glöcklerpasse des Frauenforums Salzkammergut begeistert:
„Super Projekt,  total passend zur Intention des Innovationstopfes; Brauchtum wird ernst genommen und trotzdem verändert.“

Mit der Gründung der Frauen-Passe haben wir die Frauen aus dem Abseits geholt und sichtbar werden lassen!
Seit 5. Jänner 2010 sind die Ebenseer Glöcklerinnen beim traditionellen Glöcklerlauf als eigene Passe mit dabei.

Chronik der Ereignisse        
06. Jänner 2009:        Ideenwerkstatt für Wettbewerbsbeitrag
06. Februar 2009:              Einreichung des Projektes Erste Frauen-Glöcklerpasse in Ebensee
27. März 2009:                   Prämierung
10. August 2009:                 Eröffnung der Glöcklerinnen-Werkstatt
30. Dezember 2009:           Letzte Arbeiten; Fertigstellung von neun Kappen
05. Jänner 2010:                 Premieren-Lauf der „Ebenseer Glöcklerinnen“

Die Nachricht, dass Frauen am traditionellen Ebenseer Glöcklerlauf teilnehmen wollen, hat unseren Ort in einen Ausnahmezustand versetzt.

  1. Im Rahmen der Bewerbung formulierten wir im Vorfeld in der Kurzbeschreibung(!) unserer Einreichung, die – wie das Wort schon sagt – kurz und prägnant formuliert sein muss, dass uns klar sei, dass das Projekt einige EbenseerInnen „ins Brauchtumsmark treffen werde“. Aus dieser Aussage herauszulesen, dass wir „nur provozieren wollten“ ist falsch. Unsere Motivation war und ist es, Frauen, die dies möchten, die Teilnahme am Glöcklerlauf zu ermöglichen und zwar als sichtbarer Teil dieser wunderschönen Tradition, denn gelebtes Brauchtum unterstreicht die Verbundenheit aller EbenseerInnen mit ihrer Geschichte und Kultur.
    Dass dieses Sichtbarwerden in der „vermeintlichen Männerbastion“ zu Aufregungen führt, konnten wir uns im Vorfeld an fünf Fingern abzählen, aber – und hier sollten alle, die uns als Provokateurinnen sehen wollen, genau lesen – wir haben das Projekt nicht wegendieses zu erwartenden Tumultes, sondern trotz desselben gemacht. Unsere Läuferinnen sind keine Provokateurinnen, sondern mutige Frauen, die sich trotz heftigster und menschenverachtender Äußerungen nicht von ihrem Weg haben abbringen lassen.
  1. Immer wieder wurde uns unterstellt, wir hätten die Kappen von anderen fertigen lassen. Das ist falsch! Richtig ist, dass unsere Passe seit August 2009 in den Räumen des FFS ca. 2000 Stunden mit der Arbeit an den Kappen beschäftigt war. Auf diese Weise ist eine wunderbare Gemeinschaft entstanden, die uns viel Kraft gegeben hat.
  1. Uns wird vorgeworfen, uns mit der Teilnahme in den Vordergrund drängen zu wollen. Nehmen Frauen also öffentlichen Raum für sich in Anspruch, wird dies sofort als eitle Selbstdarstellung gedeutet. Frauen sollen im Verborgenen arbeiten und sich still und leise in Bescheidenheit und Zurückhaltung üben.
    Was das Medieninteresse betrifft, liegt eine Verkehrung des Verursacherprinzips vor, denn dieses ist nicht aufgrund unserer Teilnahme entstanden, sondern aufgrund der Reaktionen anderer Glöcklerpassen auf unser Mitmachen.
  1. Es geht um Macht und darum, dass Männer meinen, auch heute noch bestimmen zu können, was Frauen dürfen. Hat in den letzten 150 Jahren jemals eine neue Passe in Ebensee bei den anderen um Erlaubnis fragen müssen, ob sie am Glöcklerlauf teilnehmen darf? Hat sich jemals eine Passe in Ebensee dafür rechtfertigen müssen ‘wo sie das Geld her habe Kappen zu bauen’? Ist es nicht ein Anrecht aller Ebenseerinnen und Ebenseer diesen Brauch mit Leben zu füllen und mit Freude zu zelebrieren? Wo ist also die Provokation? Dass unsere Kappen in Stil und Art den anderen gleichwertig gefertigt wurden? Dass unserer Passe weiß gekleidet war und die Läuferinnen Glocken trugen? Es gibt nur eine Erklärung: hier geht es nicht um den Brauch, es geht um Macht, darum, wer „das Sagen“ hat, wer bestimmen und ausgrenzen darf und jetzt sind wir mittendrin in der eigentlichen Debatte. Der Korridor erlaubten Verhaltens für Frauen ist enger gesteckt als für Männer und wagen sich Frauen darüber hinaus, so muss ihr „provozierendes Verhalten“ in massiver und frauenverachtender Weise in Schranken gewiesen werden.
  1. Apropos Frauenverachtung, diese hat sich sehr deutlich gezeigt, nicht zuletzt in den von vor sexualpathologisch gefärbtem Frauenhass sprühenden Postings im Internet. Auch die Zurufe aus dem Publikum beim Lauf selbst (wie: Geht’s ham kochen) und das Lächerlichmachen der Frauen (Die können die schweren  Kappen sowieso nicht tragen) zeigen die frauenfeindliche Dimension. Und bevor noch das Geldargument hervorgezaubert wurde – was auch viel mit dem Machtdiskurs zu tun hat – , hatten die ersten massiven Angriffe im Frühjahr 2009 nur die unerwünschte Frauenbeteiligung zum Thema.
  1. Zum Vorwurf, das Frauenforum solle sich eher um Kinderbetreuung kümmern:  Erstens wird mit diesem Argument eine Scheinalternative aufgebaut und so getan, als ob Menschen sich nicht gleichzeitig mit mehreren Dingen beschäftigen könnten und auch andere Passen müssen sich nicht fragen lassen, ob es für sie nicht sinnvollere Betätigungsfelder gebe. Zweitens zeugt dieser Vorwurf von großem Unwissen, denn das Frauenforum hat vor mehr als zehn Jahren als erste Organisation in Ebensee einen Hort eingerichtet und  bis zur Errichtung der Krabbelstube eine Kleinkindbetreuung organisiert. Darüber hinaus bieten wir neben diesen familienorientierten Projekten seit mehr als 13 Jahren ein vielfältiges Jahresprogramm (Vorträge, Tagungen, Kultur- und Gesundheitsangebote etc.), nutzen Aktionstage wie den Int. Frauentag, den Equal Pay Day oder den Int. Tag gegen Gewalt an Frauen, um auf die Rechte von Frauen hinzuweisen, produzieren seit 2007 im Freien Radio Salzkammergut zwei Radiosendungen im Monat und sind Frauenanlaufstelle (Beratung, Information, Auskunft).

An dieser Stelle bedanken wir uns bei den zahlreichen UnterstützerInnen, die uns vor, während und nach dem Glöcklerlauf viel Kraft gegeben haben!

Fotos vom Glöcklerlauf 2010:
Impressionen vom Glöcklerlauf 2011
Fotos von Mona Lorenz (http://www.monalorenz.at/), die uns bei unserem zweiten Lauf mit der Kamera begleitet hat.

DIE KAPPEN
Die Kappen wurden von den beiden Künstlerinnen Helene Benedikt und Eva-Maria Ranzenbacher entworfen.
Die Kappenentwürfe von Benedikt illustrieren Ebenseer Frauengeschichte, die Entwürfe von Ranzenbacher zeigen mythologisch-sagenhafte Frauengestalten aus der Region.
Mehr als 35 Frauen haben in etwa 2000 Stunden die Kappen gefertigt. Die Holzgestelle der neun Kappen wurden vom „Glöckler-Urgestein“ Franz Neuhuber (Jg. 1928) gebaut.
Die großen Kappen (L 2,5m / H 1,40 m) wiegen ca. 9,5 kg.
Die kleinen Kappen (L 2 m / H 1,10 m) wiegen ca. 7,7 kg.
Alle unsere Kappen sind in Scherenschnitttechnik ausgefertigt. Einzig die “Ebenseer-Kreuzstich-Kappe” ist mit roter und blauer Tinte auf weißem Grund gemalt. Mit neun Kappen sind wir in unseren Premierenlauf gestartet, doch die Anzahl wächst jährlich.

MOTIVE UND WISSENSWERTES ZU UNSEREN GLÖCKLERKAPPEN

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MARKTSCHWÄRMEREI

Marktschwärmerei: zusammen.arbeiten
Das Projekt Marktschwärmerei wurde von LEADER gefördert. Der Bund, die Bundesländer und die Europäische Union fördern durch LEADER Projekte für ländliche Entwicklung. Auch die Marktschwärmerei soll dazu beitragen, dass die Menschen, ob jung oder alt, weiterhin gerne im Salzkammergut bleiben und hier gut leben und arbeiten können.

Coworking Space mit Kinderbetreuung
Neue Arbeitsformen sind unser Spezialgebiet. Deshalb wollen wir in Ebensee am Traunsee einen Coworking Space mit Kinderbetreuung eröffnen. Wir haben ein detailliertes Konzept ausgearbeitet, das wir dann Schritt für Schritt umsetzen werden.

Gemeinwohl – Zentrum
Neben dem Coworking Space mit Kinderbetreuung möchten wir außerdem noch Räume zur Verfügung stellen, in denen Workshops, Kurse, Vorträge oder andere Veranstaltungen stattfinden können. Damit wollen wir gewährleisten, dass nicht nur Geschäftsideen bei uns Platz haben, sondern auch gemeinnützige Interessen einen hohen Stellenwert besitzen.

Pilot – Projekt
Bis wir eine Folge-Finanzierung aufgetrieben haben, werden wir mit einem Pilot-Projekt ab Herbst den Startschuss für die Umsetzung der Marktschwärmerei geben. Wie genau das Pilotprojekt aussieht, werden wir euch hier auf dem Blog, sowie auf unserer Facebook- und Instagram- Seite erzählen.

mehr erfahren

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FFS-Marktschwaermerei

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RADIO

RADIO
Das Frauenforum Salzkammergut macht Frauen nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar!
Wir sind wieder auf Sendung! Nach dem Radio mit Leichtigkeit senden wir seit Juli 2020 aus der Villa LilaLaut. Wenn du Lust hast, eine Sendung mitzugestalten, dann melde dich bei Christina Jaritsch oder Birgit Hofstätter

 Die Frequenzen des Freien Radio im Salzkammergut:
89,6 MHz: Strobl, St. Wolfgang, St. Gilgen, Fuschl
100,2 MHz: Bad Ischl, Bad Goisern, Ebensee
104,2 MHz: Bad Aussee, Altaussee, Grundlsee
105,9 MHz: Hallstatt, Obertraun
106,0 MHz: Ebensee, Rindbach
107,3 MHz: Großraum Gmunden & Vöcklabruck
107,5 MHz: Gosautal, Rußbach, Dachstein

Du kannst das Programm des FRS nicht über dein Radio empfangen?
KEIN PROBLEM – die Sendungen sind auch über den Live Stream im Internet hörbar!
Und jederzeit und von überall können unsere Sendungen im Cultural Broadcasting Archive, kurz: CBA, heruntergeladen oder gestreamt werden.

Hier geht’s zum Sendungsarchiv!

 

 
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WEBEREI

Die bewegte Geschichte der „Weberei Ebensee“
Die tschechische Familie Anton Porak errichtet im Jahr 1904 bis 1910 in Ebensee eine Baumwoll-Spinnerei nebst Wohnhäusern für die Belegschaft.
1916 übernimmt die Industriellenfamilie Mautner-Markhoff aus der Steiermark die Spinnerei, es werden weiterhin Baumwollgarne produziert.
1922 folgt als Inhaber Pottendorfer für den Spinnereibetrieb, der zusätzlich auch eine Weberei errichtet, die Felixdorfer Weberei. Unter anderem werden dort Futterstoffe und Bettwäsche hergestellt. Im dreistöckigen Fabrikgebäude sind so zeitweise bis zu 600 Personen beschäftigt – die Mehrheit davon Frauen. Damit zählt die Weberei zu einem der größten und wichtigsten Arbeitgeber in Ebensee.
1962 sollte die Weberei geschlossen werden, der Betrieb wurde aber von dem deutschen Konfektionshersteller Müller-Wipperfürth übernommen, der auch eine neue Fabrikhalle errichtet. Es kommt zur weiteren Namensänderung „Spinnerei und Weberei Ebensee AG“”. Müller-Wipperfürth modernisiert den Maschinenpark, rationalisiert die Produktion, schafft den Betriebsrat ab, schließt die Kinderbetreuung und die Werksküche. Die Weberei hat in dieser Zeit nur mehr 300 MitarbeiterInnen.
1963 wird die Produktion auf Schafwolle und Mischungen mit Chemiefasern umgestellt. Es werden Gewebe für Kleiderfabriken erzeugt.
1977 wird der Betrieb vom deutschen Textilkaufmann Wilhelm Piduhn übernommen. Er führt den Betrieb bis zur Insolvenz und Schließung im Jahr 1992.
Die Schließung kommt für die Beschäftigten überraschend! Die Belegschaft – zur damaligen Zeit 250 Arbeitskräfte – war noch bis Weihnachten zur Arbeit in die Fabrik gegangen. Während des Weihnachtsurlaubs erhielten die ArbeiterInnen die Verständigung, dass sie arbeitslos seien und das Werk nicht mehr betreten könnten. Dieses jähe Ende hat in der Weberei gespenstische Spuren hinterlassen. Gegenstände in Pausenräumen, Spinden und in der Produktionshalle waren so zurückgeblieben, als ob die ArbeiterInnen den Platz nur kurz verlassen hätten.

Die wichtige Rolle des Festivals der Regionen

Die Schließung der Weberei Ebensee im Jahr 1992 geriet mitten in die Vorbereitungen des ersten Festivals der Regionen.

Ein Team rund um den Kulturverein Kino Ebensee nahm die Schließung und vor allem den gespenstischen Zustand des verlassenen Gebäudes zum Anlass das Projekt “Birth, School, Work, Death. Ein Multimedia-Projekt zur Entfremdung der Arbeit in der ehemaligen Spinnerei & Weberei in Ebensee” zu verwirklichen.

Festival der Regionen 2015 (c) Julia Vogt

Es war auch das Festival der Regionen, das das Frauenforum Salzkammergut 2015 dazu bewegte, die Geschichte der Ebenseer Weberei erneut aufzugreifen. Es irritierte das Team des FFS, dass der Textilbetrieb ein wichtiger Arbeitsplatz für Frauen war, aber kaum Eingang in das kollektive Gedächtnis der Region fand.
Die Gründe liegen vor allem darin, dass Frauenarbeit und alltagsgeschichtliche Aspekte von Frauenerwerbsleben lange Zeit weder in der wissenschaftlichen Forschung noch in der öffentlichen Wahrnehmung berücksichtigt wurden. Erst die Sozialgeschichte und Frauen- und Geschlechtergeschichte lieferten wichtige Impulse zur Aufarbeitung von Frauengeschichte(n).
Zur Spinnerei/Weberei in Ebensee gibt es bislang keine Aufzeichnungen, die das Arbeitsleben und den Arbeitsalltag der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten dokumentieren.

Angeregt durch Gespräche mit ehemaligen Arbeiterinnen der Textilfabrik stellte das Frauenforum Salzkammergut 2015 fest, dass wenn man sich nicht jetzt diesem Thema annimmt, ein Stück Zeitgeschichte verloren gehen würde.

Aus diesem Grund entstand die Idee zur Aufarbeitung der Geschichte der Arbeitswelten von Frauen. Als Kooperationspartnerin konnte dazu die Universität Salzburg gewonnen werden. 

Prof.in Dr.in Sylvia Hahn und Dr.in Verena Lorber stehen nicht nur mit ihrer Expertise zur Verfügungen, sondern sind auch aktiv in die Geschichtsaufarbeitung eingebunden.

Gemeinsam mit dem Frauenforum werden lebensgeschichtliche Interviews und andere Quellen, wie Fotos, Dokumente oder Egoquellen gesammelt, die die Arbeitswelten jener Frauen erfassen, die zum Teil seit drei Generationen in der Fabrik beschäftigt waren. Durch die Verbindung der unterschiedlichen Quellengattungen kann das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden und ein ganzheitlicher Blick auf die Beschäftigung von Frauen in der Textilindustrie erfolgen. Zahlreiche ehemalige Mitarbeiterinnen der Fabrik haben sich bereit erklärt, in Form von biografischen Interviews ihre Arbeitserfahrungen mit uns zu teilen. Diese Quellen werden durch Rechercheergebnisse im oberösterreichischen Landesarchiv, dem Heimatmuseum Ebensee, dem zeitgeschichtlichen Museum Ebensee sowie der Gemeinde Ebensee ergänzt. Damit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, diese Lücke in der Ortsgeschichte der Marktgemeinde Ebensee zu schließen.

Geplante Aktivitäten zur Aufarbeitung der Weberei-Geschichte
Die Geschichte der Textilverarbeitung in Österreich soll anhand des Beispiels Ebenseer Spinner/Weberei und des Sichtbarmachens des Arbeitsalltags und des Lebens der Frauen in diesem Bereich und im besonderem in Ebensee aufgearbeitet werden. Um einerseits das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und anderseits das historische Erbe in das Bewusstsein der Menschen und der Region zu bringen, werden folgenden Aktivitäten durchgeführt:

  • Forschungsseminarder Universität Salzburg
  • Film: Oral History. Erzählungen von Hedwig Pucher, Johanna Engl und Franziska Feichtinger.
  • Kick-off Veranstaltungin Ebensee
  • Ausstellungenin Ebensee und Audiodokumentation mit Radiosendung.

Das Forschungsseminar
Besuch der Weberei am 22.11.2017

Im Rahmen der Kooperation mit der Universität Salzburg wird ein Forschungsseminar konzipiert, um gemeinsam mit Studierenden das Thema „Frauenarbeit“ zu erarbeitet.

Unter dem Titel „Arbeit und Leben in Ebensee. Regionalgeschichte im globalen Kontext“, findet das Seminar im WS 2017/18 an der Universität Salzburg statt. Neben der Aufarbeitung der wirtschaftlichen Entwicklungsetappen der Textilindustrie in Österreich und der Salzkammergutregion werden im Mittelpunkt des Interesses vor allem auch die unmittelbar davon betroffenen Arbeitskräfte stehen. Anhand von unterschiedlichen qualitativen und quantitativen Quellenmaterialien sowie Oral History Interviews mit ehemaligen Textilarbeiterinnen sollen die Arbeits- und Lebenswelt und deren Veränderungen im Laufe des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet und als Ausstellungsprojekt, das in Ebensee gemeinsam mit dem Frauenforum Salzkammergut umgesetzt wird, aufbereitet werden. 

Im Rahmen des Forschungsseminars ist eine Exkursion nach Ebensee geplant, um sich vor Ort mit der Textilgeschichte und den unterschiedlichen Quellen auseinanderzusetzen.

Der Film / Oral History
Im Rahmen des Projektes der von Mag. Karl Rothauer durchgeführten Lehrveranstaltung „Video History“ an der Universität Salzburg, entstand der 50-minütige Film „Die Weberei und Spinnerei Ebensee“.

Eine Dokumentation von Marlene KricklKatharina ZieglerMaria Magdalena Lamplmayr (Kamera) und Christine Haiberger (Ton).

Filmteam:
Marlene Krickl (Interviews), Katharina Ziegler (Interviews), Maria M. Lamplmayr (Kamera), Christine Haiberger (Ton)

Zeitzeuginnen
Franziska Feichtinger, Johanna Engl, Hedi Pucher

Wissenschaftlich kommentiert von
Univ. Prof.in Silvia Hahn

Länge: 48:58 Minuten

Der Film ist im Rahmen der Lehrveranstaltung „Video History“ unter der Leitung von Karl Rothauer entstanden.

Die Kick-off-Veranstaltung
Als Einstieg ist eine Kick-off Veranstaltung geplant (22. November 2017), bei der die Beschäftigung von Frauen in der Textilindustrie im Mittelpunkt steht.

Im Rahmen dieser Veranstaltung haben die TeilnehmerInnen des Forschungsseminars und alle Interessierten die Möglichkeit, mit den Zeitzeuginnen ins Gespräch zu kommen, um mehr über die Arbeits- und Lebensverhältnisse in der Textilfabrik Ebensee zu erfahren.

Programm:
Im Heimatmuseum Ebensee wird der Dokumentarfilm von Marlene Krickl gezeigt. Für den Film wurden drei Arbeiterinnen interviewt. Im Anschluss daran findet ein wissenschaftlicher Vortrag der Expertin Prof.in Dr.in Sylvia Hahn und ihrem Kollegen Prof. Dr. Sandgruber  statt, der die Textilindustrie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region, die Arbeiterinnen und ihre Familien beleuchtet.

Aber wir wollen diesen Abend für alle Sinne unvergesslich machen und deshalb wird das Thema auch künstlerisch aufgearbeitet von Gertraud Steinkogler-Wurzinger, die uns mit eigens komponierten Liedern für die Frauen einen musikalischen Ohrenschmaus bieten wird. Ziel der Veranstaltung ist es, in der Region auf das Thema aufmerksam zu machen und einen ersten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

FOTOS

Die Ausstellung
Im Rahmen des Projektes wird eine Ausstellung konzipiert, um das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da die Ausstellung als Wanderausstellung konzipiert ist, werden die unterschiedlichen Ausstellungsthemen in Form von 6 Roll Ups präsentiert. Dies ermöglicht einen flexiblen Einsatz, einen einfachen Transport und eine platzsparende Möglichkeit, die Ausstellung zu lagern und an verschiedenen Orten zu zeigen.

Ausstellungsorte 2018/2019:

  • Ausstellung in den Ateliers Alte Weberei Ebensee.
  • Modeschule Ebensee
  • Bezirksseniorenheim Ebensee
  • Universität Salzburg
  • Zeitgeschichte Museum Ebensee
  • Arbeiterkammer Linz

Zur Wanderausstellung wird auch ein Begleitheft gestaltet, um die erarbeiteten Forschungsergebnisse und die durchgeführte Arbeit zusammen zu fassen.

Damit kann ein wichtiger Schritt dazu geleistet werden, auf das Thema aufmerksam zu machen und die Frauenarbeit in der Textilindustrie in das Bewusstsein der Region einzuschreiben. Die Ausstellung spricht für sich kann aber auch durch Führungen begleitet werden.

Download zum Begleitheft im pdf-Format

Die Radiosendung / Audidokumentation
Die gefundenen Materialien werden nicht nur in Form der Ausstellung festgehalten, sondern auch in einer Audiodokumentation aufgearbeitet. Eine speziell produzierte Radiosendung, die sowohl die Arbeiterinnen als auch ExpertInnen zum Thema Textilindustrie und Frauenarbeit zu Wort kommen lässt, wird über das Freie Radio Salzkammergut ausgestrahlt. Die Sendung kann orts- und zeitsouverän auf der Homepage des Frauenforum Salzkammerguts und dem virtuellen cba-Readioarchiv gestreamt und heruntergeladen werden.

Ziele und nachhaltige Wirkung
Ziel des Projektes ist es das kulturelle Erbe, das Ebensee als Arbeitergemeinde hat, zu dokumentieren und für die nachfolgende Generation sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Es liegt uns daran, die Rolle der Frau in der Arbeitswelt anhand der Textilarbeit in den Mittelpunkt zu stellen und die Wertschöpfung der Frauen sichtbar zu machen.

Die „Weberei Ebensee“ hat das Leben in der Marktgemeinde bis 1992 geprägt. Diesen ortshistorischen Schatz zu dokumentieren, das haben wir uns vorgenommen. Um das Projekt finanziell zu stemmen, haben wir erstmals den EU-Regionalförderungstopf angezapft und in der Projektauswahlsitzung, am 9. November 2017, wurde unser Antrag genehmigt.
Wir freuen uns ein Stück Ebenseer Geschichte aufzeichnen und bewahren zu dürfen und bedanken uns bei der Gemeinde Ebensee, dem Bund, dem Land Oö. und der Europäischen Union, die dieses Projekt finanziell ermöglichen.